Ich wusste es ja schon im voraus. Aber jetzt, wo es soweit ist, ist es trotzdem hart. Die letzten Etappen nach Venedig sind die härtesten, nicht weil es anspruchsvolle Wege zu gehen gilt, sondern weil man schon so nahe an Ziel ist und trotzdem noch so weit laufen muss. Dazu kommt, dass die Landschaft jetzt nicht unbedingt Abschlussteich ist und heute, und wahrscheinlich auch die nächsten Tage, die große Hitze. Wenn auch die 32 Grad, die heute hier herrschten, im Anbetracht der deutschen Rekordtemperaturen noch eher moderat erscheinen, sind es für eine 30km Wanderung definitiv zu viel.
Dabei war der heutige Weg hat nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Bis auf den Anfang ging es hauptsächlich durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete mit Weinbergen, Maisfeldern, Heuwiesen, hier und da auch Gemüseanbau. Im Gegensatz zu gestern war relativ wenig Straße dabei, sondern hauptsächlich Feldwege, es für die Füße angenehmer ist.

Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Landschaft hier nicht so aufgeräumt ist, wir bei uns. Es gibt zwischen den Feldern auch immer mal wieder ungenutzte, bewachsene Flächen. Interessanterweise habe ich den Fluss Piave, an den ich heute im Prinzip den ganzen Tag entlang gewandert bin, nur am Anfang beim Überqueren der Brücke von Ponte della Priula gesehen. Sonst erst er meist hinter Gebüsch versteckt. Aber viel Wasser ist auch gerade nicht drin. Er sieht er aus, wie eine lange Kiesstraße.

Aber außer einer der längsten Etappen meiner Wanderung war es heute sicherlich auch die gefährlichste. Das erste Stück ging nämlich an einer vielbefahrenen Staatsstraße (vergleichbar mit einer Bundesstraße in Deutschland) entlang, da ich der Empfehlung von Sabine, einer Vorwanderin, gefolgt bin und nicht den schmuddeligen und überwachsehen Weg gewählt habe, sondern auf der Straße geblieben bin. Aber ob das Wandern auf dem schmalen Seitenstreifen, eingezwängt zwischen vorbeibrausenden LKW auf der einen und den Eisenbahnschienen auf der anderen Seite jetzt unbedingt besser war, als sich durch Dickicht zu kämpfen, Wege ich zu bezweifeln. Die Straße war jedenfalls definitiv gefährlicher, eine Unaufmerksamkeit erinnert Fahrer*in und schön endet die Reise nicht in Venedig sondern unter einem Auto. Aber ich habe es ja zum Glück überlebt.
Wir ihr vielleicht schon erraten habt, war heute der erste Tag seit langem, ab dem ich ganz alleine gewandert bin. Karsten ist heute mit dem Bus über Treviso nach Jesolo gefahren, da er sich diesen langweiligen und kräftezehrenden Teil nicht antun wollte, und Vicky ist zwar heute auch weiterwandert, da sie aber in einem anderen Ort gestartet ist und zu einem anderen Ort gelaufen ist, haben wir uns nur kurz gesehen, als sie mich bei meiner Mittagspause überholt hat. Mal sehen, ob wir morgen wieder ein Stück zusammenwandern können, da wir morgen zumindest den gleichen Zielort Jesolo haben.
Die morgige Etappe wird noch einmal eine Steigerung gegenüber heute sein, da sie nicht nur 30km sondern sogar 35km lang ist. Aber danach habe ich es fast geschafft, dann sind es nur noch 23km und eine Bootsfahrt bis Venedig. Leider sieht die Wettervorhersage für morgen wir die von heute aus: 32 Grad, Sonne, keine Wolken und kaum Wind. Morgen werde ich aber versuchen eine Stunde früher loszugehen, da ich auch eine Stunde länger unterwegs sein werde. Und sollte es hat nicht mehr gehen, ist es morgen auch relativ leicht, ein Stück mit dem Bus zu fahren.
Und wie immer zum Abschluss meine heutige Wanderung: Ponte della Priula – Rovarè
Lieber Stefan,
für die restlichen aqnstrengenden Kilometer wünschjen wir dir das beste.Ein schönes Gefühl,
dass man es bald geschafft hat!Das Ziel winkt!
Alles Liebe
Mama und Papa
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