Im Tiefland angekommen – schön und warm

Nach einem leckeren Abendessen an einem lauen Sommerabend auf der Terrasse unseres Hotels, von der man einen wunderbaren Ausblick auf das Hügelland des Prosecco-Anbaugebiets von Arfanta hat, natürlich mit einem Glas Prosecco schreibe ich jetzt auf, es ich heute sonst noch so erlebt habe. Beim Abendessen dachte ich, das wäre auch ein schönen Abschlussessen meiner Wanderung. Ich glaube aber, in Venedig wird man kein so ruhiges und stimmungsvolles Plätzchen finden, das dazu noch bezahlbar ist. Aber wir werden sehen.

Jetzt aber zu unserer heutigen Wanderung. Gestartet sind wir am Col Visentin, der nach dem Gewitter im der Nacht, nicht ganz so verhangen und kalt war wie gestern. Man konnte  sogar etwas dies Berge am Horizont erahnen, aber bis zur Adria konnten wir natürlich nicht sehen.

Blick zurück auf die Dolomiten

Als ich gestern geschrieben habe, dass der letzte Anstieg jetzt hinter uns läge, war ich etwas voreilig. Denn, obwohl wir heute bin 1763m auf 250m Höhe hinabsteigen mussten, bedeutete das noch lange nicht, dass es heute nur bergab ging. Ganz im Gegenteil: Zwischendurch mussten wir auch wieder 100m hoch steigen und zwar so steil, dass dies im Profil der heutigen Tagesetappe auf dem ersten Blick hat nicht aufgefallen ist.

Auf und ab auf dem Weg nach unten

Dann begann der sehr lange Abstieg (ungefähr 900 Höhenmeter nach Revine), für die es zwei Alternativen hab, deren eine laut Wanderführer als „fast schon abenteuerlich einzustufen ist“. Nach abgeschreckt genug von unserer gestrigen Erfahrung nahmen Karsten und ich diesen Weg, während Vicky die empfohlene Variante wählte. Und die schon von gestern bekannten umgestürzten Bäume ließen nicht lange auf sich warten. Wieder ging es auf allen Vieren unter über den Weg liegenden Bäumen durch oder klettenderweise darüber. Manchmal war der Weg vor lauter Bäumen kaum noch zu erkennen. Aber nach zwei Stunden hatten wir es dann geschafft und mussten feststellen, das Vicky schneller gewesen war.

Umgestürzte Bäume auf dem Weg

Revine war dann tatsächlich der tiefgelegenste Ort heute, danach ging es dann wieder im sanften Auf und Ab über die Hügel etwas höher bis nach Arfanta. Unterwegs haben wir uns erst einmal wieder vom Vicky getrennt, die in Tarzo ein Hotelzimmer hatte.

Aber die Landschaft hier ist ein großer Kontrast gegenüber der Bergwelt, aus der wir kommen. Sanfte Hügel statt spitz aufragende Berge, ein sattes, volles Grün statt von Geldern durchzogene Bergwiesen, das ununterbrochene Zirpen der Zikaden statt die große Stille, die nur manchmal vom Stunden einiger Insekten oder vom Ruf eines Vogels unterbrochen ist. Und natürlich die Wärme, um nicht zu sagen die Hitze (heute hatten wir 33 Grad), auch an Abend statt der kalten Nächte. So schön die Berge auch waren, so angenehm ist es auch wieder in einer freundlicheren, verschwenderischen Natur zu sein.

Blick auf die Hügellandschaft um Arfanta

Und natürlich statt des einfachen Hüttenessen und die Schlaflager ein Abendessen in einem richtigen Restaurant zu genießen und in einem Einzelzimmer mit eigenen Bad zu schlafen. Aber zumindest die Hüttenlager sind jetzt endgültig vorbei, ab jetzt gibt es nur noch Hotels oder ähnliches. Mal sehen, wie es mit den Essen werden wird.

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