Der letzte Aufstieg – heiß und abenteuerlich

Heute stand der letzte Berg vor Venedig auf dem Programm. Ab jetzt geht es nur noch abwärts, im Wortsinne natürlich. Denn der endgültige Höhepunkt wird die Ankunft in Venedig sein, die in nur noch 5 Tagen sein wird. Mittlerweile sind wir auf dem fünften und letzten Abschnitt des Traumpfades von Belluno nach Venedig, nachdem der vierte und kürzeste gestern zu Ende war.

Wir sind heute morgen also zu dritt gestartet. Heute wieder mit Vicky, die jetzt wieder mit zwei Wanderstöcken ausgestattet ist, eigentlich sogar drei, da sie den zweiten ihrer alten als Reserve auch noch mitträgt. Apropos tragen, nach der Erleichterung meines Gepäcks gestern, dachte ich heute eigentlich mit einem federleichten Rucksack zu starten, aber ganz so leicht war er natürlich doch nicht, vor allem da ich einen großen Teil des eingesparten Gewichts durch eine zusätzliche große Wasserflasche ersetzt hatte. Gestern war es bei unserer Ankunft in Belluno schon schwül-heiß, was sich heute, zumindest auf dem ersten Teil unseres heutigen Weges fortsetzen sollte. Deswegen dachte ich, dass es nicht schaden kann, etwas mehr Wasser mitzunehmen.

Unsere heutige Etappe sollte und auf den Col Visentin führen, mit 1763m ein nicht ganz so hoher Berg, da wir aber von Belluno, das auf 400m liegt, hoch wollten, war es heute eine der Etappen mit der höchsten Anzahl an Höhenmetern.

Das erste Stück ging heute durch Belluno und einige seiner Vororte auf der Straße schon etwas nach oben. Dann schlug unser Wanderführer zwei alternative Wege vor, von denen wir die „bei trockenem Wetter landschaftlich sehr reizvolle Variante“ wählten. Was leider nicht im Führer Stand, war die Tatsache, dass dieses Wegstück neu einem Sturm einiges angekommen hat und deswegen teilweise der halbe Wald auf dem Weg lag, so dass wir über umgestürzte Bäume Klettern mussten, um ausgerissene Wurzeln unseren Weg bahnen mussten und teilweise quer durch das Dickicht mussten, um überhaupt weiterzukommen. Aber irgendwie sind wir dann doch durchgekommen und haben am Ende wieder den richtigen Weg gefunden.

Aber bevor wir durch diese Windbruchstelle kamen, habe ich noch ein unfreiwilliges Bad in einem Bach genommen. Unser Weg führte uns nämlich über diesen Bach und auf den ersten Blick sah die Felsplatte, auf die ich meinen Fuß stellen wollte, trocken aus. Wir sich herausstellte war sie aber mit einer dünnen, Helen Schlammschicht überzogen, auf der ich ausrutschte und in den Bach fiel. Da es nur ein kleiner, niedriger Bach war und wir schon erwähnt die Temperaturen eher heiß waren, war das nicht so schlimm. Nur ist jetzt meine Hose, die ich gestern gerade gewaschen hatte, wieder total dreckig.

Rutschiger nach mit Vicky

Während der Weg bis dahin schon teilweise sehr steil war, führte er in der Folge eher angenehm auf gut zu laufenden Waldwegen weiter nach oben, bevor dann das letzte Stück am steilen Kamm entlang über Wiesen hoch zum Rifugio Col Visentin führte. Unser letzter Anstieg vor Venedig forderte unsere Bergaufmuskeln noch einmal aufs Äußerste.

Aufstieg zum Col Visentin

Zum Abschluss noch ein Wort zum Rifugio, in den wir heute schlafen. Das Rifugio ist umgeben von zahllosen Antennen, die wohl von der Armee hier für welche Zwecke auch immer errichtet wurden. Das Rifugio selbst ist ein Steinbau, der wir ein kleines Schloss mit Turm aussieht. Leider sind hier die Schlafräume im Keller, der ziemlich feucht ist.

Rifugio Col Visentin mit einem Teil der Antennen

Hier noch unsere Route: Belluno – Rifugio Col Visentin

Ein Gedanke zu “Der letzte Aufstieg – heiß und abenteuerlich

  1. Avatar von dirk1942 dirk1942

    Lieber Stefan,
    noch weiterhin ein gutes Wandern bis zu deinem Traumziel,was du sicherlich
    erreichen wirst,hoffentlich ohne Zwischenfälle.
    Grüße von Mama und Papa

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