Langsamer Abschied von den Bergen – rutschig und feucht

Da morgen die letzte Woche meine großen Wanderung anbricht, werdet ihr jetzt öfter Dinge lesen wie „der letzte Berg…“ oder „die letzte Hütte“ und ähnliches. Heute stand also der letzte richtige Berg auf unserem Programm. Übermorgen wird zwar noch Col Visentin folgen, aber der ist mit 1700m Höhe doch deutlich niedriger als die Berge, die wir in den letzten Wochen so durchwandert haben. Mit der Forcella de Zita Sud mit 2402m, die wir heute überschritten haben, haben wir den Bereich über 2000m verlassen. Im Prinzip geht es jetzt, mit der schon erwähnten Ausnahme des Col Visentin, nur noch bergab.

Doch der Reihe nach. Die erste Hälfte des heutigen Tages war, ähnlich wie gestern, wieder Waldwandern und Wurzelklettern angesagt. Im Unterschied zu gestern aber aufgrund der heftigen Regenfälle begleitet mit Gewitter und Hagel der letzten Nacht zusätzlich erschwert durch teilweise sehr rutschigen Untergrund.

Während diese erste Hälfte zwischen 1800 und 1600 Höhenmetern pendelte, begann dann der 600m hohe Aufstieg zur oben schon erwähnten Forcella de Zita Sud. Leider begann gerade zu dieser Zeit sich das Wetter eimzutrüben. Es fing an zu regnen und je höher wir stiegen, desto nebliger und ungemütlicher wurde es. Irgendwann fing es dann auch etwas an zu hageln. Zum Glück blieben wir aber vor einem Gewitter verschont, aber die Aussicht könnten wir nicht genießen, da sie von Nebel verschluckt wurde. Aber kurz nach dem Überschreiten der Scharte, klarte es auch schon wieder auf, so dass wir den über 800 Höhenmeter betragenden Abstieg ohne Feuchtigkeit von oben zurücklegen konnten. Leider waren die Felsen über die wir beim Abstieg laufen mussten, und der Boden durch die Feuchtigkeit sehr rutschig, so dass wir immer wieder ausgerutscht sind.

Nebel an der Forcella di Zitta Sud
Abstieg von der Forcella

Aber am Ende des sehr steilen Abstiegs sind wir wohlbehalten am Rifugio Piandefontana angenommen. Diese ehemalige Alm ist sehr urig. Das Rifugio besteht aus mehreren alten, kleinen Steinhäusern, in denen die Schlafgelegenheiten untergebracht sind und einem Haupthaus mit Gaststube und Küche. Aber es gibt WLAN, wenn auch kein sehr gutes, weswegen es heute auch keine Bilder gibt. Aber morgen im Hotel in Belluno werde ich wahrscheinlich die Bilder hinzufügen können. Morgen werden wir weitere 1400m absteigen und dann mit dem Bus nach Belluno fahren. Der eigentliche Weg ging durch die Schiara auf einem Klettersteig, aber da ich werde ein Klettersteigset mithabe noch Klettersteigerfahrung habe, habe ich diesen Teil schon von vornherein abgewählt.

Rifugio Piandefontana

Mittlerweile gehen die ersten Ankunftsmeldungen aus Venedig ein. Gestern kam Claudia in Venedig an, die die erste Woche mit und gewandert ist. Heute meldete sich Kevin aus Venedig. Anni und Henning wollen am Samstag in Venedig sein. Sie alle sind jetzt nicht superschnell gewandert, sondern sind von Belluno mit dem Bus gefahren. Ich dagegen bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass ich die ganze restliche Strecke laufen will. Schließlich wollte ich von München nach Venedig wandern und nicht Busfahren. Morgen werde ich deswegen nach Unterkünften für die letzten Tage schauen.

Ich glaube, ich habe es gestern schon geschrieben, aber ich denke, diese letzte Woche wird noch einmal hat werden. Zum einen bin ich in Gedanken schon am Ziel in Venedig, überlege mir, wir das sein wird und was ich machen werde, wenn ich wieder Zuhause bin. Auf der anderen Seite habe ich vielleicht noch 150 km vor mir, die erst noch gewandert werden müssen. Und jetzt mach über drei Wochen fangen meine Beine doch langsam an müde zu werden. Vor allem die langen Abstiege, die wir jetzt noch vor uns haben, belasten meine Knie sehr. Aber wer schon so weit gekommen ist, wird den Rest auch noch schaffen.

Ein Gedanke zu “Langsamer Abschied von den Bergen – rutschig und feucht

  1. Avatar von dirk1942 dirk1942

    Lieber Stefan,
    Venedig wartet! Du kannst stolz sein über das,was du bisher geschafft hast.
    Wir sind glücklich,dass du uns an deinem Unternehmen beteiligst!Und wir
    können fühlen mit dir!Nun noch ein gutes Wandern bei hoffentlich besserem Wetter.
    Und auf ein frohes Wiedersehen!
    Mama und Papa

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