Heute war ein rundum schöner Tag und auch der bislang am wenigsten anstrengendste, aber vielleicht war er ja deswegen der bislang schönste, wobei die Tage bislang eigentlich alle schön waren, nur die Abende waren nicht immer so schön, wenn die Zweifel mit den Schmerzen wuchsen.
Unsere Wandergruppe ist mittlerweile, wie gestern schon erwähnt, auf 8 Personen angewachsen, wobei Viki heute mit einer Freundin alleine gewandert ist und wir Dorle und Peter nur zeitweise getroffen haben. Ich bin also heute hauptsächlich in einer 5er-Gruppe mit Claudia, Carsten, Annika und Henning gewandert.
Aber Wandern stimmt heute nicht so ganz, denn am 5. Tag meiner großen Wanderung bin ich das erste Mal ein Stück mit dem Bus gefahren. Die Verlockung war einfach zu groß, der Weg ging sowieso nur an der Straße entlang (ein Hatscher, wie es der Wanderführer nennt), der Bus fuhr zu einer günstigen Zeit und es war der heißeste Tag des Jahres angekündigt.
So fuhren wir also nach dem Frühstück mit dem Bus von Vorderriß nach Hinterriß, obwohl fast der gleiche Name zu unterschiedlichen Staaten gehörend, nämlich Vorderriß zu Deutschland und Hinterriß zu Österreich. Dort starteten wir dann unser Wanderung zum Karwendelhaus. Leider sind wir zwei Bushaltestellen zu weit gefahren, so dass wir nicht den im Wanderführer beschrieben wandern konnten, sondern, zumindest das erste Stück, einen anderen, der aber genauso zum Ziel führte. Und bestimmt genauso schön war.
Der Weg führte immer bergauf zuerst an einem rauschenden, wilden Gebirgsbach entlang, dann über bunt blühende Bergwiesen mit blauem Enzian und immer wieder phantastische Ausblicke auf die umliegenden Berge.



Rast machen wir auf dem kleinen Ahornboden, einer großen Bergwiese mit schattenspendenden Ahornbäumen. Hier ereignete sich übrigens folgende Geschichte. Peter, der übrigens schon über 70 ist, klagte schon länger darüber, dass sein Rucksack wahrscheinlich zu schwer wäre und dass er etwas zurückschicken solle. So quälte er sich auch heute wieder in der Hitze den Berg hoch. Unterwegs wurden er und Dorle jedoch von einem Auto mit zwei Frauen überholt – der Weg führte heute die erste Hälfte auf einer Forststraße entlang -, das Dorle anhielt, um die beiden Frauen zu fragen, ob sie Peters Gepäck ein Stück mitnehmen könnten. Doch sie boten ihnen gleich an, Peter sollte ein paar Sachen aussortieren, die sie in ein Packerl Packen würden und zu ihm nach Hause schicken würden. Also wurde schnell unter der Aufsicht der Wandergruppe ein paar weniger wichtige Dinge identifiziert, die den Frauen gleich mitgegeben wurden.
Ich sollte mir auch überlegen, ob ich, wenn ich morgen oder übermorgen in einer Stadt bin, um mir neue Schuhe zu kaufen, nicht auch ein paar Sachen zurückschicke. Ich kann meinen Rucksack zwar gut tragen, aber sicherlich gäbe sich da auch noch das eine oder andere, das nicht unbedingt nötig ist. Naja, mal sehen, ob ich mich von etwas trennen kann.
Jedenfalls, sind wir nach ungefähr fünf Stufen Wanderung hier am Karwendelhaus geben halb drei angekommen. Und im Gegensatz zu den vorherigen tragen fühlte ich mich noch richtig fit. Aber das war heute ja auch eine eher kurze Wanderung. Es ist schon interessant, wie sich die Verhältnisse doch relativ schnell verschieben können. Vor eine Woche wäre eine fünfstündige Wanderung bei mir noch unter „eher lang“ durchgekommen.
Jetzt bin ich aber wieder müde und werde deswegen meinen Tagesbericht hier beenden. Bilder gibt es heute leider wieder nicht, da es hier nur an einem Punkt mit etwas Glück Mobilempfang gibt, der so schwach ist, das an ein Senden von Bildern gar nicht zu denken ist. Auch kann ich diesen Artikel erst morgen früh abschicken, da ich keine Lust habe nochmal aufzustehen. Dieser eine Punkt ist nämlich auffallend rot markiert vor dem Eingang der Hütte.