Heute hat das Wetter doppelt zugeschlagen und sowohl unsere Planung als auch unsere Wanderung stark beeinflusst.
Aber alles der Reihe nach. Heute stand eigentlich die Überquerung des Schlauchkarsattels auf dem Programm, der bislang anspruchsvollste Abschnitt der München-Venedig-Wanderung. Aber da aufgrund des schneereichen und langen Winters, der Schnee dort oben immer noch nicht komplett abgeschmolzen ist, war er leider nicht zu begehen.
Die Alternative bestandt in einem 4-stündigen Abschnitt ins Tal nach Scharnitz und einem 5-6-stündigen Aufstieg zum Hallerangerhaus, auf dem wir jetzt sind (jeweils ohne Pause). Aber da das doch eine sehr große Wanderung gewesen wäre, entschieden wir uns ein Stück der Strecke mit dem Taxi zurückzulegen. Außerdem, und da kommt der zweite Einfluss des Wetters heute zu tragen, war für heute Nachmittag Gewitter angekündigt.
Was mir sehr gut im Karwendelhaus gefallen hat, war, dass um halb acht der Hüttenwirt erst einmal die Wettervorhersage für den nächsten Tag vorgelesen hat und dann individuell mit jedem einzelnen seine geplante Tour zu besprechen. Mit seiner Hilfe haben wir uns dann für die erwähnte Alternative entschieden.
So sind wir heute Morgen also um halb acht gestartet zu einem dreistündigen Abstieg in Richtung Scharnitz. Der Weg führte auf einer Forststraße ins Tal, die bequem zu gehen war. Wir wanderten heute recht zügig an einem Bach entlang, der immer wieder von Wasserfällen gespeist wurde, an Wiesen vorbei mit bunten Blumen und ebensolchen Schmetterlingen, und über Almen mit kuhglockenläutendem Lärm samt Kühen.


Einer der Kuhhirten erzählte uns, dass es im letzten Winter hierb fast 10m Schnee gehen hätte, der auch zusammengesackt noch eine 3,50m dicke Schneedecke ergeben hätte und dass es erst im Mai begonnen habe zu tauen. Dafür wäre es jetzt so heiß wie noch nie, selbst auf 2000m Höhe über 20 Grad und so trocken, dass es morgens nicht einmal mehr Tau gäbe.
Nach 3 Stunden kamen wir dann an das Taxischild, wo es Mobilfunk-Empfang gab und wir das Taxi bestellen könnten, das und dann zur Kastenalm brachte. Aber schon bei der Ankunft dort gab es den ersten Donner und der Himmel bezog sich langsam bedrohlich zu, weswegen der folgende Aufstieg hier hoch, dann ein reiner Wettlauf gegen das Gewitter wurde. Aber um es kurz zu machen: Wir haben gewonnen!
Zwischendurch, nachdem sich der Himmel schon dunkel verfinstert hatte, kamen schon die ersten Regentropfen. Da wir in diesem Moment gerade an einer privaten Hütte vorbeikamen, haben wir uns dort ersteinmal unter das Vordach gesetzt und wollen den Regen abwarten. Aber er zog erst nocheinmal vorbei, so dass wir bald schon wieder weiterlaufen konnten. Aber so sind wir wenigsten zur einzigen halbwegs richtigen Pause heute gekommen.

Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, war, dass wir uns in Scharnitz vorerst von Peter und Dorle getrennt haben, die in Scharnitz eine Übernachtung einlegten wollten und erst morgen zum Hallangerhaus weitergehen.
So waren wir also schon so gegen 14 Uhr auf der Hütte und hatten noch den ganzen Nachmittag vor uns. Diesen verbrachten wir mit essen, schlafen und spielen (Mensch ärgere dich nicht). Übrigens bald nachdem wir ankamen, fing es dann tatsächlich zu regnen und zu gewittern an.
Morgen soll das Wetter den ganzen Tag wieder unbeständig sein, so dass uns morgen der Regen wahrscheinlich doch noch einholen wird. Außerdem wird auch der langen und schneereiche Winter den weiteren Verlauf des Weges sehr stark beeinflussen, da viele hochgelegenen Sättel etc. noch nicht begehbar sind.
Aber zuerst wird sich unsere Gruppe zum Ende des ersten Abschnitts auflösen, da wir jetzt vorerst unterschiedliche Pläne haben. Eigentlich ist das schade, den es war eine angenehme Gruppe und ohne die erste ich vielleicht hat nicht so weit gekommen. Aber vielleicht treffe ich ja die eine oder andere wieder auf diesen langen Weg.
Ich werde jedenfalls morgen in Hall auf Shopping-Tour nach neuen Wanderschuhen gehen und am Mittwoch einen Ruhetag einlegen, an dem ich das weitere Vorgehen planen werde und auch die versprochenen Bilder hochladen werde.
Hier schon einmal der erste Teilabschnitt von heute: Karwendelhaus-Scharnitz. Der zweite folgt dann morgen.